Nach der Vorstellung des ersten MacBook Pro mit Touchscreen brach in den sozialen Medien eine Welle von Memes aus, die auf eine Vorschau von OS X Lion aus dem Jahr 2010 anspielten. In jener Ära vertrat Steve Jobs eine feste Haltung gegen Touch-Displays bei Laptops und argumentierte, dass diese für die vertikale Nutzung ergonomisch fehlerhaft seien. Er warnte berüchtigt davor, dass Nutzer nach kurzer Zeit müde würden und ihre Arme schließlich vor Anstrengung abfallen könnten. Anstelle eines Touchscreens setzte Jobs auf das bestehende Multitouch-Trackpad als überlegene Methode, um Gesten wie Pinch-to-Zoom in Notebooks zu integrieren, wobei er sich auf Umfragen unter Nutzern berief, um seine Position zu stützen.
Jobs' Skepsis erstreckte sich über Laptops hinaus auch auf Eingabezubehör wie Stifte. Während der Vorstellung des ersten iPhones im Jahr 2007 fragte er, wer einen Stift wollen würde, den man ständig hervorholen und wieder verstauen müsse, und wies auf das hohe Risiko hin, ihn zu verlieren. Er beendete seine Argumentation zu diesem Thema mit einer abweisenden Soundeffekt-Simulation. Obwohl diese Kommentare ursprünglich das iPhone und nicht das iPad betrafen, hat sich die moderne Landschaft erheblich gewandelt. Das neue iPhone Duo unterstützt nun den Apple Pencil über USB-C, was Nutzern ermöglicht, Skizzen zu erstellen oder Notizen zu machen – eine Funktionalität, die Jobs trotz ihrer Nützlichkeit auf größeren Bildschirmen wahrscheinlich abgelehnt hätte.
Das iPad selbst stellt eine weitere Abkehr von Jobs' ursprünglicher Vision dar. Er positionierte das Tablet zunächst als eine Zwischenkategorie zwischen dem iPhone und traditionellen PCs, die für den Konsum bestimmt war und Computer nicht vollständig ersetzen sollte. Obwohl Apple die iWork-Suite mit Pages, Numbers und Keynote einschloss, waren diese Apps dafür konzipiert, sich mit Macs zu synchronisieren, anstatt in einer Ära vor iCloud als eigenständige Produktivitätstools zu fungieren. Heute hat das iPad diesen Zwischenstatus überschritten. Es unterstützt nun Maus- und Tastatureingaben, verfügt über dynamisches Fenstermanagement in iPadOS 26 und arbeitet nahtlos mit externen Displays zusammen, wodurch es sich von einem einfachen Gerät zum Lesen und Surfen in eine leistungsfähige Arbeitsstation verwandelt hat.
Quellen: t3n.