Binance hat begonnen, Kundenauszahlungen wiederherzustellen, nachdem die Börse am 29. Oktober Opfer eines Cyberangriffs geworden war, der laut FBI wahrscheinlich von nordkoreanischen Hackern durchgeführt wurde. Die Angreifer sollen digitale Währungen im Wert von 6,3 Milliarden US-Dollar von der weltweit größten Kryptowährungsbörse gestohlen haben, wobei sich der Großteil des Diebstahls innerhalb von etwa 20 Minuten ereignete.
Binance erklärte, der Angriff sei über den Laptop eines Mitarbeiters in der IT-Abteilung ausgeführt worden. Mit Unterstützung US-amerikanischer Behörden und Partnerunternehmen gelang es der Börse, rund die Hälfte der betroffenen Vermögenswerte einzufrieren und damit die Auswirkungen zu begrenzen. Bitcoin und andere wichtige Kryptowährungen fielen daher weniger stark als zunächst befürchtet.
Seit dem 1. November können Binance-Kunden wieder Auszahlungen vornehmen, wobei die erste Phase auf wichtige Kryptowährungen wie Bitcoin, Ether und Dogecoin beschränkt ist.
Die Börse meldete in den ersten Stunden nach der Wiederaufnahme des Handels erhebliche Abflüsse, erklärte jedoch, dass es zu keinem umfassenden Ansturm auf ihre Reserven gekommen sei. Die Auszahlungen beliefen sich auf insgesamt 4,65 Milliarden US-Dollar, verglichen mit Einzahlungen von etwas mehr als 1 Milliarde US-Dollar. Daraus ergab sich ein Nettoabfluss von etwa 3,6 Milliarden US-Dollar, was 2,1 % der von Binance verwalteten Vermögenswerte in Höhe von 171 Milliarden US-Dollar entspricht.
Um das Vertrauen der Kunden zu stärken, plant Binance, am 2. November einen aktualisierten Vermögensnachweis zu veröffentlichen. Das Dokument soll zeigen, ob die Guthaben der Kunden der Börse vollständig durch Vermögenswerte gedeckt sind, die in ihren Wallets gehalten werden.
Binance erklärte, bislang 95 % der gestohlenen 6,3 Milliarden US-Dollar abgedeckt zu haben. Der Rest besteht aus weniger liquiden Vermögenswerten, deren Beschaffung länger dauern könnte. Das Unternehmen teilte außerdem mit, intern etwa 6,34 Milliarden US-Dollar zur Deckung der Verluste zurückgelegt zu haben, und verfügt über rund 335 Millionen Nutzer.
Quellen: t3n.