Google, die Cybersicherheitsunternehmen Human Security und TrendAI, weitere Firmen sowie die japanische Polizei haben ein Botnetz zerschlagen, an dem mindestens 1,3 Millionen Android-Geräte beteiligt waren, bei den meisten davon handelte es sich um TV-Set-Top-Boxen. Das berichtet The Register. Die betroffenen Geräte waren in mehr als 200 Ländern verbreitet, darunter auch in Deutschland.
Dem Botnetz werden Verbindungen zu den Hintermännern von Badbox 2.0 nachgesagt, einem separaten Netzwerk, das Google und seine Partner 2025 zerschlugen und an dem mehr als 10 Millionen Android-TV-Boxen und andere Geräte beteiligt waren.
Google zufolge hat Videostrong Technology, ein chinesischer Hersteller von TV-Boxen und Projektoren für den Heimgebrauch, absichtlich eine Hintertür in die Firmware seiner Geräte eingebaut und Kriminellen Zugang verkauft. Diese konnten anschließend zusätzliche Schadsoftware installieren. Sobald sich ein betroffenes Gerät mit einem Heimnetzwerk verband, ließ es sich ohne Wissen des Besitzers zum Aufbau von Proxy-Netzwerken nutzen, über die sich schädlicher Datenverkehr verschleiern ließ.
TrendAI zufolge gab sich das Schadsoftware-Modul als herkömmlicher Client zur Fernverwaltung aus. Es erhielt Aktualisierungen über eine eigens dafür eingerichtete GitHub-Seite. Zudem verbanden sich die Geräte mit einem Server, über den Kriminelle die vollständige Kontrolle über einzelne Set-Top-Boxen erhielten.
Laut dem Bericht wurde durch die Zerschlagung auch der Zugriff auf mindestens 10 Millionen weitere kompromittierte Geräte blockiert. Google hat die Geschäftsbeziehung zu Videostrong beendet und erklärt, dass das Unternehmen möglicherweise keine Geräte mehr mit vorinstallierten Google-Apps herstellen darf. Außerdem will Google die Überprüfung von Geräteherstellern verschärfen.
Quellen: t3n.