Politische Content-Creators werden für Wähler zu einer wichtigen Nachrichtenquelle, so eine YouGov-Umfrage, auf die bei der WIRED World Fair in Miami verwiesen wurde. Fast 65 Prozent der 2.000 befragten Erwachsenen gaben an, politische Informationen von digitalen Creators zu beziehen. Unter den Befragten der Generation Z lag der Anteil bei 77 Prozent.

Diese Zahlen bildeten am Mittwoch den Rahmen für ein Gespräch zwischen Kat Abughazaleh, einer Demokratin, die sich Anfang des Jahres um einen Sitz im Repräsentantenhaus von Illinois beworben hatte, und dem republikanischen Strategen CJ Pearson. Das Gespräch fand im Anschluss an die Zwischenwahlen am Dienstag statt, bei denen die Demokraten nach Angaben des Quellberichts das Repräsentantenhaus und den Senat eroberten.

Pearson, ehemaliges Mitglied des Jugendbeirats des Republican National Committee, sagte, Regierungsbehörden folgten dem Beispiel des Weißen Hauses, wenn sie mit Online-Creators in Kontakt träten. Er beschrieb dieses Vorgehen als Möglichkeit, in einer Umgebung Aufmerksamkeit zu gewinnen, in der die Aufmerksamkeitsspannen kurz seien. Die Entscheidung der Regierung, im vergangenen Jahr Teile der Epstein-Akten mit 15 rechtsgerichteten Creators zu teilen, bezeichnete er jedoch als Fehltritt.

Abughazaleh, eine ehemalige Reporterin von Media Matters, kritisierte den Einsatz von Online-Kultur und KI-generierten Inhalten durch die Regierung. Sie verwies auf die Verwendung eines „Malfoid“-Memes durch das Bildungsministerium und sagte, Werbematerial über Einsätze der ICE habe Grausamkeit in Inhalte verwandelt, statt die Öffentlichkeit zu informieren.

Die beiden gerieten auch über Themen aneinander, darunter die Frage, ob ICE-Einrichtungen als „Konzentrationslager“ bezeichnet werden sollten und ob Elon Musk X zu einer Bastion der Meinungsfreiheit gemacht habe. Trotz ihrer politischen Unterschiede waren sie sich einig, dass Algorithmen bei jungen Menschen im gesamten politischen Spektrum Echokammern schaffen können.

Pearson sagte, Algorithmen zeigten den Menschen tendenziell das, was sie ohnehin sehen wollten. Zugleich merkte er an, dass ihm Freunde von der Linken manchmal politische Artikel schickten, denen er zuvor nicht begegnet war. Abughazaleh brachte ihre gemeinsame Sorge auf den Punkt: „Wir haben keine gemeinsame Realität.“

Quellen: WIRED.