T-Mobile setzte eine direkte, physische Maßnahme ein, um ein Gerät zu stoppen, das mit der Spionagekampagne von Salt Typhoon in Verbindung stand: Ein Techniker durchtrennte das Kabel des Routers. Der von Bloomberg berichtete und von T-Mobile-CIO Jeff Simon geschilderte Vorfall zeigte, wie das Unternehmen Geräte ausfindig machte, die mit seinem Netzwerk kommunizierten und dabei wie eigene Geräte wirkten.
Salt Typhoon nahm im Herbst 2024 mehr als 200 Organisationen in 80 Ländern ins Visier; die Vereinigten Staaten gehörten zu den am stärksten betroffenen Ländern. Die Angreifer drangen in neun große US-amerikanische Telekommunikationsunternehmen ein, darunter Verizon, AT&T und T-Mobile. Spätere Analysen deuteten darauf hin, dass sie Anruf- und Nachrichten-Metadaten von Millionen Kunden erfassen konnten.
Die Ermittlungen von T-Mobile begannen, nachdem ein ungewöhnlicher Router in einem der kalifornischen Rechenzentren des Unternehmens offenbar mit einem anderen Unternehmensstandort kommunizierte, obwohl er ausgeschaltet war. Ein Techniker zog den Stecker des Geräts und brachte es zur Untersuchung in die Unternehmenszentrale in Washington. Dort stellten die Mitarbeiter fest, dass das Signal aus dem Rechenzentrum eines anderen Telekommunikationsunternehmens in Chicago kam.
Simon zufolge hatten die Angreifer den Router in Chicago so verändert, dass er im Netzwerk als T-Mobile-Gerät erschien und mit anderen Geräten kommunizieren konnte. Techniker fuhren zum Rechenzentrum und fanden den Router. Einer von ihnen durchtrennte sein Kabel – laut Simon eine schnellere Möglichkeit, als das Gerät auszuschalten.
T-Mobile nahm den Router mit und startete ihn in einer isolierten Testumgebung neu, doch die Angreifer waren nicht mehr auffindbar. Simon sagte, sie hätten nur Zugriff auf externe Netzwerke gehabt und keine Kundendaten erreicht. Das durchtrennte Kabel wird nun gerahmt ausgestellt, als Erinnerung an den Vorfall.
Quellen: t3n.