Der H3C von Bambu Lab ist ein 3D-Drucker mit neun Düsen, der mehrere Materialien, Farben und Detailgrade in einem Projekt kombinieren soll. Er wurde zu einem Preis von 2.499 Dollar angekündigt, lädt neun Filamentrollen in separate Druckköpfe und nutzt das Swaptek-System des Unternehmens, um die Werkzeuge in etwa sechs Sekunden zu wechseln. Der Drucker arbeitet weiterhin jeweils nur mit einem Material, doch die Druckköpfe können vor dem Einsatz auf unterschiedliche Temperaturen gebracht werden.
Bei ersten Tests wurde der H3C verwendet, um eine mehrfarbige Feder aus cyanfarbenem, magentafarbenem, gelbem und weißem PLA, ein Uhrengehäuse mit flexiblem Armband sowie einen Schuh aus zwei Sorten flexiblem TPU herzustellen. Mit unterschiedlichen Düsengrößen und Filamentdurchmessern lässt sich außerdem innerhalb eines einzelnen Druckauftrags zwischen schnellerem Druck und feineren Details wechseln. Mehrere Druckköpfe können den Abfall reduzieren, der beim Farbwechsel entsteht.
Der Drucker lagert sein Filament in einem selbstladenden AMS-3H-Behälter, der die Rollen trocken halten soll. Zwei der neun Einschübe verfügen über Trockner, die eine Temperatur von 85 Grad Celsius erreichen und während des Druckens laufen können. Laut dem Bericht ist es wichtig, Filament trocken zu halten, da Feuchtigkeit häufig Druckfehler verursacht.
Bei den ersten Tests wurden auch Probleme festgestellt. Berichten zufolge mussten Drucke wegen Fehlern bei der Initialisierung der Druckkopfkamera zweimal gestartet werden, und ein falscher Hinweis auf einen Druckfehler unterbrach einmal einen Auftrag. Die Testsoftware hatte zunächst Schwierigkeiten mit dem Mischen von Farben, während flexibles TPU manuell eingelegt werden muss und einen Stau verursachen kann, wenn es in einen ungeeigneten Einschub gelegt wird. Bambu stellte Schritte zur Fehlerbehebung des Kameraproblems bereit und erklärte, das Softwareproblem werde bis zur Markteinführung behoben.
Der H3C ist nicht der erste Drucker mit Werkzeugwechsel oder Farbmischfunktion. Der Bericht vergleicht ihn mit dem günstigeren Snapmaker U1, der vier Farben und Werkzeugwechsel in fünf Sekunden bietet, sowie mit Prusas Acht-Werkzeug-System INDX. Bambus möglicher Vorteil liegt in der Kombination mehrerer Werkzeuge mit Filamentlagerung und -trocknung; wie zuverlässig der H3C funktioniert, muss sich jedoch erst in längeren Tests zeigen.
Laut im Bericht zitierten Leaks aus Zertifizierungsunterlagen bereitet Bambu außerdem einen kleineren P3C mit sieben Werkzeugen vor. Das Unternehmen plant, bis zum kommenden Frühjahr zwei Düsengrößen für seine bestehenden Dual-Düsen-Drucker H2D, H2C und X2D freizuschalten.
Quellen: The Verge.