Apple hat seine KI-Ambitionen in den vergangenen zwei Jahren weitgehend über Siri präsentiert. Bei seinem ersten Analystengespräch als CEO verwies John Ternus jedoch auf ein anderes Produkt und sagte, der Mac erlebe seinen eigenen „KI-Moment“.
Zwischen Juli und September erzielte der Mac einen Umsatz von 10,792 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 23,7 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Zuvor war der Umsatz im vorangegangenen Quartal um 28,7 % gestiegen – das stärkste Wachstum seit 2021. Im jüngsten Quartal legte der iPhone-Umsatz um 17,5 % zu, während die Services-Sparte um 9,8 % wuchs – die niedrigste Rate seit Mitte 2023.
Die jüngste Entwicklung des Mac sticht hervor, dennoch ist er weiterhin ein kleinerer Teil von Apples Geschäft und macht 9,4 % des Umsatzes aus. Über das gesamte Jahr stieg der Mac-Umsatz um 12,5 %, verglichen mit 21,2 % beim iPhone. Zudem liegt der Mac weiterhin unter seinem Rekordwert von 40,177 Milliarden US-Dollar aus dem Jahr 2022: Nachdem der Umsatz im darauffolgenden Jahr um 26,9 % gefallen war, erreichte er in diesem Jahr 37,929 Milliarden US-Dollar.
Ein Teil der erneuten Nachfrage scheint damit zusammenzuhängen, Macs lokal für KI zu nutzen. Im April sagte Tim Cook, Kunden entdeckten den Mac mini und den Mac Studio als leistungsfähige Rechner für lokale KI und KI-Agenten früher als von Apple erwartet. Der Artikel bringt einen Teil des Interesses am Mac mini mit OpenClaw in Verbindung; Käufer nutzen den kompakten, relativ preisgünstigen Computer als ständig eingeschaltetes Gerät.
Auch Apples Unified Memory, das 2020 mit dem M1 eingeführt wurde, könnte mit dem Aufkommen generativer KI an Bedeutung gewonnen haben. KI ist jedoch nicht die einzige Erklärung für die Verkäufe. Apple-Finanzchef Kevan Parekh verwies auch auf das MacBook Pro und das MacBook Neo, dessen Attraktivität unter anderem im niedrigeren Preis liegt. Apple erhöhte im Juni zudem die Preise, auch für das Neo, und schlüsselt die Auswirkungen von Preisen und verkauften Stückzahlen nicht getrennt auf. Daher ist unklar, welchen Beitrag die einzelnen Faktoren geleistet haben.
Ternus’ Äußerungen verdeutlichten auch den Kontrast zu Siri. Auf eine Frage zu persönlichen Agenten beschrieb er Siri AI vor allem als Assistenten für Anfragen und betonte, man müsse berücksichtigen, welchen Zugriff Nutzer ihr gewähren. Gleichzeitig kaufen manche Kunden Macs, um darauf Agenten von Drittanbietern auszuführen. Der Unified Memory des Mac könnte dabei hilfreich sein, doch auch seine Offenheit ist ein wichtiger Unterschied.
Dieses Wachstum könnte an Grenzen stoßen. Die Speicherpreise liegen auf einem beispiellosen Niveau und dürften das Mac-Angebot während der Weihnachtssaison einschränken. Das iPhone, auf das die Hälfte von Apples Umsatz entfällt, wird stärker kontrolliert: Apple entscheidet, was Agenten auf dem Gerät tun können. Ob das Unternehmen diese Plattform irgendwann weiter öffnen wird, bleibt eine offene Frage.
Quellen: Xataka.