Der experimentelle Satellit von Google hat seine erste Inbetriebnahme abgeschlossen und seine ersten Daten zur Erde gesendet: ein Haiku über das Leben im Weltraum. Das Raumfahrzeug wurde laut dem vorliegenden Bericht vor knapp drei Wochen an Bord einer SpaceX Falcon 9 gestartet.
Während der Inbetriebnahme nahm Google die KI-Beschleuniger und andere Hardware des Satelliten in Betrieb und führte erste Tests zum maschinellen Lernen durch. Anschließend sandten Ingenieure vom Boden aus den Befehl, das vorinstallierte Modell Gemma 4 solle ein dreizeiliges Gedicht verfassen. In der Übersetzung des englischen Originals lautet es: „Der blaue Planet unten, / Datenströme in stiller Anmut, / Sternenlicht nährt meinen Kern.“
Der Satellit ist Teil von Googles Forschungsprojekt Suncatcher, das untersucht, ob der Weltraum künftig eine skalierbare Infrastruktur für maschinelles Lernen ermöglichen könnte. Er ist mit vier Tensor Processing Units (TPUs) und Solarpaneelen ausgestattet, die bis zu ein Kilowatt Leistung erzeugen können. Aufgrund des Energiebedarfs der Chips kann laut Google jeweils nur eine TPU gleichzeitig betrieben werden. Außerdem läuft der Satellit in kurzen Intervallen von etwa 15 Minuten; ein Dauerbetrieb würde seine Stromversorgungs- und Kühlsysteme stark beanspruchen.
Google erklärt, dass das Unternehmen für 2027 den Start von zwei weiteren Satelliten plant, die mehr Strom erzeugen können, sofern sich die TPUs an Bord als leistungsfähig erweisen. Langfristig sollen mehrere Raumfahrzeuge zu einem orbitalen Rechennetzwerk verbunden werden.
Auch andere Unternehmen verfolgen Ansätze für Datenverarbeitung im Weltraum. Dem Bericht zufolge reichte SpaceX im Januar bei der US-amerikanischen Federal Communications Commission einen Antrag ein, um die Genehmigung für den Betrieb von bis zu einer Million Rechenzentren in der Umlaufbahn zu erhalten. Das US-Startup Starcloud startete im vergangenen Winter einen Satelliten mit einem Nvidia-Chip an Bord und will bis 2030 orbitale Rechenzentren in einem mit irdischen Anlagen vergleichbaren Maßstab betreiben.
Befürworter argumentieren, dass orbitale Rechenzentren die Stromnetze entlasten und den Wasserbedarf für die Kühlung von Servern auf der Erde senken könnten, während überschüssige Wärme in den Weltraum abgegeben werden könnte. Kritiker warnen, dass Herstellung, Start und spätere Entsorgung der Anlagen eine größere CO₂-Bilanz verursachen könnten als Rechenzentren am Boden.
Quellen: t3n.