Seit Jahrzehnten gelten Kometen als mögliche Träger von Molekülen, die dazu beigetragen haben könnten, das Leben auf der Erde in Gang zu setzen. Eine von der University of Cambridge geleitete Studie legt jedoch nahe, dass der Transport dieser Verbindungen nicht ausreichte: Sie mussten außerdem den Eintritt in die Atmosphäre und den Einschlag in Konzentrationen überstehen, die für die präbiotische Chemie nützlich waren.

Die am 28. Oktober in Scientific Reports veröffentlichte Studie konzentrierte sich auf Blausäure (HCN), ein Molekül, das an mehreren vorgeschlagenen Wegen der präbiotischen Chemie beteiligt ist. Das Team modellierte die Entwicklung von Kometen, ihren Durchflug durch die Atmosphäre und die Zerstörung von HCN beim Einschlag.

In 100.000 Simulationen gab es in 54 % keinen Einschlag, der HCN in einer als relevant geltenden Konzentration lieferte, wobei die Verfügbarkeit von Land berücksichtigt wurde. Die Forschenden weisen auch auf Einschläge in Ozeane als Herausforderung hin, da überlebendes Material dort verdünnt werden könnte. Im Laufe der Zeit wurden Kometeneinschläge seltener, wodurch sich die Gelegenheiten für eine erfolgreiche Lieferung weiter verringerten.

Die Studie legt nahe, dass empfindliche Moleküle einen Einschlag auf der Erdoberfläche wahrscheinlich nicht überstehen würden. Organische Verbindungen in einem Kometen zu finden, belegt daher nicht, dass sie einen Ort erreichten, an dem sie an Reaktionen zur Entstehung des Lebens teilnehmen konnten.

Der Mars könnte für diesen speziellen Liefermechanismus günstigere Bedingungen bieten. Seine geringere Schwerkraft und dünnere Atmosphäre könnten es Kometenmaterial erleichtern, den Eintritt zu überstehen. Die Forschenden kommen nicht zu dem Schluss, dass das Leben auf dem Mars begann; ihr Vergleich betrifft ausschließlich den Transport von Molekülen.

Kometen bleiben eine mögliche Quelle, doch die Ergebnisse legen nahe, dass sie keinen einfachen oder verlässlichen Weg darstellten. Asteroiden, die ebenfalls organische Verbindungen mit sich führen, und Moleküle, die auf der Erde selbst entstanden, gehören zu den im Bericht beschriebenen Alternativen.

Quellen: Pplware.