Anthropic hat Smart Reports eingeführt, eine Funktion für Claude-Enterprise-Kunden, die analysiert, wie Teams den KI-Assistenten nutzen und welche Kosten dabei entstehen. Das Unternehmen erklärt, die Berichte sollten Organisationen helfen, ihre Arbeitsabläufe zu verstehen und ihre Ausgaben zu steuern, nicht einzelne Mitarbeitende zu bewerten oder Personalentscheidungen zu treffen.
Die Berichte können zeigen, für welche Arten von Aufgaben Teams Claude nutzen, welche Kosten auf Basis der Listenpreise damit verbunden sind und welche wiederkehrenden Arbeitsabläufe sich möglicherweise effizienter zusammenfassen lassen. Die Funktion ist für Enterprise-Kunden kostenlos, standardmäßig deaktiviert und ermöglicht es jeder Organisation, bis zu 10 Berichte pro Monat zu erstellen.
Nur autorisierte Führungskräfte können auf Smart Reports zugreifen. Sie legen den Umfang einer Analyse fest, etwa einen bestimmten Zeitraum oder ein bestimmtes Team. Anthropic zufolge wertet Claude innerhalb dieses Umfangs ausgewählte Transkripte aus, gruppiert sie nach Arbeitsablauf und Ausgabetyp, ordnet die entsprechenden Kosten zu und fasst die Ergebnisse zusammen. Als vertraulich gekennzeichnete Sitzungen fließen nur in aggregierter Form und ohne persönliche Angaben in die Analyse ein.
Die Berichte kommen zu einem Zeitpunkt, an dem Unternehmen nach Möglichkeiten suchen, ihre KI-Ausgaben unter Kontrolle zu halten. Der Artikel verweist auf eine Bitkom-Umfrage, laut der ein Drittel der deutschen Unternehmen angab, von den hohen Kosten der KI-Nutzung überrascht worden zu sein. Einige Organisationen reagieren darauf, indem sie je nach Aufgabe unterschiedliche Modelle auswählen oder den Token-Verbrauch erfassen.
Anthropic zufolge sind Smart Reports zwar nicht für individuelle Bewertungen gedacht, doch könnten die Informationen Führungskräften dennoch Rückschlüsse darauf ermöglichen, wie effizient Teams arbeiten. Futurism hat vermutet, die Funktion könnte Anthropic dabei helfen, Geschäftskunden zu gewinnen, die sich um die Kontrolle ihrer KI-Kosten sorgen. In dem Artikel zitierte Medienberichte besagen, dass Unternehmenskunden rund 80 Prozent der Umsätze des Unternehmens ausmachen. Der Artikel merkt außerdem an, dass neue, auf Unternehmen ausgerichtete Funktionen im Vorfeld eines geplanten Börsengangs von Bedeutung sein könnten.
Quellen: t3n.