Es gibt keine klare Antwort darauf, wann oder ob der KI-Markt einen starken Abschwung erleben wird. Doch Äußerungen von Führungskräften großer Investmentfirmen unterstreichen die wachsende Besorgnis über die Risiken hinter der raschen Expansion der Branche und ihre Abhängigkeit von Schulden.

Auf dem Global Financial Leaders’ Investment Summit 2026 in Hongkong warnte PIMCO-CEO Emmanuel Roman, der KI-Markt könnte einen Abschwung erleben, auf den weitere Schäden folgen. Außerdem verwies er auf die Unsicherheit darüber, wie sich die Preise und die Wirtschaftlichkeit des Sektors entwickeln werden.

Die Kosten für den Aufbau der KI-Infrastruktur haben die Schuldenmärkte unter Druck gesetzt, während große Technologieunternehmen weiterhin Finanzierungen suchen. Metas jüngste Anleiheemission stieß laut Bloomberg bei einem erwarteten Volumen von 15 bis 20 Milliarden US-Dollar auf Aufträge in Höhe von 58 Milliarden US-Dollar. Oracle erklärte, weitere Anleihen im Wert von 20 Milliarden US-Dollar ausgeben zu müssen, Alphabet verkauft Anleihen im Wert von 6 Milliarden Euro, und Microsoft nahm vor Kurzem durch seine erste Anleiheemission seit einem Jahrzehnt 25 Milliarden US-Dollar auf.

Roman schätzte, dass die KI-Infrastruktur in den nächsten fünf Jahren eine Finanzierung von 2 Billionen US-Dollar erfordern könnte, verglichen mit einem gesamten US-Anleihemarkt von etwa 12 Billionen US-Dollar. PIMCO war ebenfalls an der Finanzierung des KI-Sektors beteiligt, unter anderem an einem frühen, durch Chips besicherten Geschäft für CoreWeave sowie an Käufen von Schuldtiteln von Meta und SpaceX.

Auch Jim Zelter, Präsident von Apollo Global Management, mahnte zur Vorsicht. Er erwartet, dass die Nachfrage nach Rechenleistung steigen wird, und sagte, KI entwickle sich rasch weiter. Zugleich betonte er, dass die künftigen Preise und die Wirtschaftlichkeit des Sektors weiterhin ungewiss seien.

Das Interesse der Investoren ist nicht verschwunden: Die Nachfrage nach Metas Anleihen war stark, und Wall-Street-Banken haben zudem eine Fremdfinanzierung für Anthropic in Höhe von 63 Milliarden US-Dollar arrangiert. Gleichzeitig heißt es in der Quelle, Chinas KI-Markt sei bereits als ein Markt beschrieben worden, in dem eine Blase geplatzt sei.

Roman nannte steigende US-Zinsen, Krieg und eine Krise in der Eurozone als mögliche Auslöser für eine Marktveränderung. Die widersprüchlichen Signale lassen Zeitpunkt und Ausmaß eines möglichen Abschwungs ungewiss, selbst wenn immer mehr Investoren Bedenken hinsichtlich der Kosten und Nachhaltigkeit des Ausbaus der KI-Infrastruktur äußern.

Quellen: The Verge.