Laut Zahlen, die der Semafor-Journalist J. D. Capelouto zusammengestellt hat, stimmten mindestens 40 Gemeinden in 13 Bundesstaaten über Vorschläge im Zusammenhang mit neuen Rechenzentren ab. Mit einer bemerkenswerten Ausnahme in North Dakota richteten sich die meisten Beschlüsse gegen neue Bauvorhaben, oft mit deutlicher Mehrheit.

In El Dorado, Kansas, stimmten die Wählerinnen und Wähler für ein zehnjähriges Verbot von Rechenzentren mit mehr als 10 Megawatt. Die Einwohner von Urbana, Ohio, befürworteten ein allgemeines Moratorium, während Emporia, Kansas, Einrichtungen untersagte, die als besonders stark belastend eingestuft wurden. In Sunbury, Ohio, war Amazons geplanter Campus im Wert von 2 Milliarden Dollar bereits auf Eis gelegt worden und ist nun mit weiterer Unsicherheit konfrontiert.

Laut Fortune entfielen 21 der 41 Abstimmungen in 18 Gemeinden auf Ohio. In den vergangenen Monaten waren in dem Bundesstaat außerdem 125 lokale Moratorien beschlossen worden. Einer zitierten Umfrage zufolge waren 55 % der Einwohner Ohios gegen den Bau von Rechenzentren, während 22 % ihn befürworteten; 65 % sprachen sich dagegen aus, den Einrichtungen Steuervergünstigungen anzubieten.

Die Abstimmungen fanden trotz erheblicher Ausgaben der Branche statt. In Ohio gab Build American AI, eine mit einem Super-PAC verbundene Initiative, die mit Marc Andreessen und Ben Horowitz in Verbindung steht, mehr als 2,5 Millionen Dollar für Fernsehwerbung aus. Citation Needed berichtete, dass Gruppen mit Verbindungen zu Krypto und KI insgesamt 250 Millionen Dollar in die Wahlen investierten. Bei knappen Wahlkämpfen, in denen diese Gruppen einen Kandidaten unterstützten, unterlag ihre bevorzugte Seite in neun von zwölf Wahlgängen; die meisten davon betrafen Republikaner.

Texas ist ein weiterer wichtiger Prüfstein für die Branche. Auf den Bundesstaat entfallen rund 27 % der für 2027 geplanten US-Rechenzentrumskapazität und etwa 30 % der Kapazität, die 2028 in Betrieb gehen soll. Dem Artikel zufolge gewann Gina Hinojosa, die ein sofortiges Moratorium befürwortet, das Gouverneursrennen gegen Greg Abbott. Damit befindet sich ein großer Teil der geplanten Recheninfrastruktur in einem Bundesstaat, der von einer Politikerin geführt wird, die gegen den Ausbau von Rechenzentren ist.

Auch eine landesweite NBC-Nachwahlbefragung, die in dem Bericht zitiert wird, machte den Widerstand deutlich. Für 23 % der Wählerinnen und Wähler waren KI und Rechenzentren ein „entscheidender“ Wahlfaktor, für weitere 33 % ein „wichtiger“. Auf die Frage, ob sie ein Rechenzentrum in ihrer Gemeinde haben wollten, sprachen sich 76 % dagegen aus.

Der Widerstand könnte geplante Bauvorhaben beeinträchtigen. Brad Gerstner schätzte, dass rund 15 Gigawatt der 43 Gigawatt an Kapazität, die im kommenden Jahr hinzukommen sollen, gefährdet sein könnten. Dem Bericht zufolge waren bereits vor der Abstimmung 145 Projekte verzögert oder abgesagt worden; Banken berücksichtigen zudem den Widerstand vor Ort und die damit verbundene Unsicherheit als Risiken bei der Kreditvergabe.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Akzeptanz in der Bevölkerung für die Rechenzentrumsbranche zu einer erheblichen Herausforderung wird. Laut Artikel schalteten mindestens 130 demokratische Kandidaten Wahlwerbung, in der sie Rechenzentrumsprojekte oder Technologieunternehmen im Allgemeinen kritisierten, während der Widerstand gegen diese Infrastruktur zu einem sichtbareren Wahlkampfthema wurde.

Quellen: Xataka.