Tencent hat Hy4 vorgestellt, die neueste Version seiner KI-Modellfamilie, nach einer vorläufigen Veröffentlichung im August. Das Unternehmen führt die Verbesserungen auf ein breiteres Training sowie auf Arbeiten zum Befolgen von Anweisungen, zum Umgang mit langen Kontexten und zu mehrstufigen Aufgaben zurück.

Hy4 bietet Seh- und Computerbedienungsfunktionen. Dadurch kann das Modell Bilder interpretieren, komplexe Diagramme analysieren und über Befehle oder grafische Benutzeroberflächen mit Software interagieren. Tencent zufolge kann das Modell auch mit Spezialanwendungen wie Blender und CAD-Werkzeugen arbeiten und bei der Programmierung sowie der Entwicklung von Videospielen helfen.

Eine bemerkenswerte Entscheidung bei der Entwicklung von Hy4 betrifft die Cybersicherheit. Tencent erklärt, defensive Informationen priorisiert zu haben, etwa Material zur Identifizierung und Behebung von Schwachstellen, während offensive Inhalte über deren Ausnutzung ausgeschlossen wurden. Das Unternehmen beschreibt dies als eine Entscheidung darüber, welche Informationen in das Training einfließen, und nicht lediglich als Einschränkung der Antworten des Modells. Daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, dass dieser Ansatz einen böswilligen Einsatz verhindert.

Tencent zufolge umfasst Hy4 weiterhin Kenntnisse über Reverse Engineering und Penetrationstests zu Analysezwecken. Die vom Unternehmen beschriebene Unterscheidung besteht darin, diese Disziplinen zur Bewertung der Sicherheit einzusetzen, statt das Modell mit Material zu trainieren, das darauf abzielt, Schwachstellen offensiv auszunutzen.

In einem von Tencent veröffentlichten Vergleich erzielte Hy4 bei Terminal-Bench 4.0 einen Wert von 44.4 und lag damit unter GPT-6.1 Sol mit 55.5 sowie Kimi K3.1 Pro mit 66.8. Bei einer separaten Bewertung von 579 Finanzaufgaben, die von 213 Fachleuten bearbeitet wurden, erreichte Hy4 Tencent zufolge 3.04 und lag damit knapp vor DeepSeek V4.1 Flash mit 2.97. In der Arena-Rangliste für Agenten vom 3. November belegte Hy4 Platz 14, hinter Gemini 4 Carbon auf Platz zwei und GPT-6.1 Sol auf Platz sechs. Diese Bewertungen betreffen unterschiedliche Aufgaben und verwenden unterschiedliche Methoden; sie ergeben daher keine einheitliche Gesamtrangliste.

Tencent zufolge testeten Fachleute aus dem Xuanwu Lab und dem Keen Security Lab Hy4 in Bereichen wie kryptografischem Reverse Engineering, der Entschleierung von Binärdateien und der Ausnutzung von Schwachstellen. Das Unternehmen berichtet, dass sie in den untersuchten Bereichen keine bedeutenden Probleme mit offensiven Fähigkeiten feststellten. Diese Ergebnisse stammen von Tencent; das Unternehmen erklärt, dass Modellgewichte und technische Sicherheitsdokumentation später zur weiteren Bewertung veröffentlicht werden.

Tencent ist nicht das einzige Unternehmen, das untersucht, Cybersicherheitsinformationen während der Modellentwicklung zu entfernen. Der zugrunde liegende Bericht merkt an, dass Moonshot AI bei Kimi K3.1 Pro einen ähnlichen Ansatz verfolgt hat, während das britische AI Security Institute die Filterung potenziell gefährlicher biologischer Informationen in experimentellen Modellen untersucht hat. Diese Beispiele belegen nicht, wie gut der Ansatz bei Hy4 funktioniert.

Quellen: Xataka.