Beim Ghosting während der Jobsuche meldet sich ein Unternehmen nicht mehr, nachdem man sich beworben oder an einem Vorstellungsgespräch teilgenommen hat. Eine Website, die anonyme Berichte über solche Erfahrungen sammelt, hat Tausende Meldungen frustrierter Bewerber angezogen.

Did They Ghost You, im Juni 2026 gestartet, hat inzwischen fast 2.900 Einsendungen erhalten, berichtet t3n. Einige davon betreffen große US-Unternehmen aus dem S&P 500. Ins Leben gerufen hat die Website der in Kanada ansässige Marketingfachmann Gary Meyer, nachdem Freunde ihm erzählt hatten, dass sie nach Vorstellungsgesprächen nichts mehr von Arbeitgebern gehört hätten.

Ursprünglich hatte Meyer die Website als unbeschwertes Nebenprojekt geplant. Doch nachdem er sie auf LinkedIn geteilt hatte, strömten zahlreiche Menschen auf die Seite, die selbst beim Bewerbungsprozess geghostet worden waren. Berichten zufolge verzeichnete die Website in den ersten Tagen mehr als zwei Millionen Besucher.

Meyer prüft jede Einsendung persönlich und veröffentlicht nur anonymisierte Berichte. In Spitzenzeiten im Sommer erhielt die Website fünf oder sechs Meldungen pro Minute. Gegenüber CNBC sagte er, die Reaktion sei überwältigend gewesen und einige Einsendungen warteten noch auf ihre Freigabe.

Von t3n zitierte Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass das Problem weit verbreitet ist. Eine Greenhouse-Umfrage unter 1.200 US-amerikanischen Bewerbern ergab, dass fast die Hälfte schon Ghosting bei der Jobsuche erlebt hatte – auch nachdem sie zu einem oder mehreren Vorstellungsgesprächen eingeladen worden war. In Deutschland ergab eine Indeed-Umfrage unter 1.000 Befragten, dass 64 Prozent nach einer Bewerbung keine Antwort erhalten hatten.

Meyer plant nicht, Did They Ghost You in eine Plattform nach dem Vorbild von Glassdoor umzuwandeln. Er hofft, dass das Problem irgendwann gelöst wird und die Website damit überflüssig wird.

Quellen: t3n.